Aktivitäten
Veranstaltungen 2011
Vereinsfeier zum 1. Advent
In diesem Jahr hat unser Verein nicht am Martinsmarkt teilgenommen.
Grund hierfür war, dass der Organisator des Martinsmarktes trotz
mehrmaliger Bitten sich ausserstande sah, uns wie früher einen Standplatz
zuzuweisen, neben dem nicht ein Stand positioniert war ( Fassnachtsgruppe ),
der Ähnliches wie wir anbot. Diese Situation bestand schon im letzten Jahr,
so dass wir aus Erfahrung sagen konnten, dass sich unser Aufwand, gemessen
am Umsatz, bei Fortbestand der beschriebenen Konstellation nicht lohnt.
Es ist also zu konstatieren, dass der Organisator des Martinsmarktes unseren
ehrenamtichen Einsatz für das Museum und damit für die Stadt mit Erfolg
boykottiert hat.
Aus diesem Grund - quasi als Ersatz - hatte der Verein um 15.00 Uhr
seine Mitglieder für den ersten Advent zu einem gemütlichen adventlichen
Treffen bei Mulsum und Lebkuchen in das Schloss Fechenbach eingeladen.
Gestaltet wurde der Nachmittag von unserem Vorstandsmitglied Christine
Klostermann mit Texten von Hebel, Rilke, Mörike, Heine, Gerhardt, Bachmann,
Brecht und anderen.
Es war ein gemütlicher und ausserordenlich vergnüglicher Sonntagnachmittag,
der sehr gut besucht war. In den Pausen war Gelegenheit für die Gäste,
miteinander ins Gespräch zu kommen, was allgemein ausgiebig genutzt wurde.
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Ausflug zur Keltenwelt am Glauberg
Die Exkursion am 01.10.2011 führte uns diesmal in die Welt der
Kelten am Glauberg.
( Hinweis: Die meisten gezeigten Bilder können durch Doppelklick
vergrössert werden ).
Circa 40 Teilnehmer an dieser Besichtigungsfahrt erreichten nach
etwa 40 Minuten Busfahrt das Museumsareal.
Natürlich war eine Führung gebucht und unserer Wissbegierde Rechnung
tragend war es die von allen angebotenen Führungsmodulen natürlich
die längste - zweieinhalb Stunden - allerdings unterbrochen von einer
einstündigen Pause, in der auch im Bistro etwas getrunken und
gegessen werden konnte und es möglich war, auf der Terasse bei
herrlichem Wetter und einer Aussicht auf die wundervolle Landschaft
die " Batterien " für das, was kommen sollte, wieder aufzuladen.
Aufgeteilt in zwei Gruppen wurden folgende Schwerpunkte besichtigt:
1. Das moderne Museum
2. Der heilige Bezirk mit dem eindrucksvollen ( restaurierten ) Grab-
hügel.
3. Das bis 1300 n.Chr. besiedelte Plateau des Glaubergs.
Das Museum
In dem modernen und hervorragend gestalteten Museum werden die
archäologischen Funde - meist Grabbeigaben - wirkungsvoll aus-
gestellt.
Unsere Führerin konzentrierte sich auf die Funde aus den Gräbern
des sog. Fürstengrabhügels. Zwei Gräber wurden hier gefunden
( Eine Erd- und eine Brandbestattung ).
Besonders klug und instruktiv war im Ausstellungskonzept, dass eine
Skizze des jeweiligen Grabes mit der Lage und Positionierung des
Verstorbenen und der Grabbeigaben in den Fussboden eingelassen
worden war und die originalen Grabbeigaben in benachbarten Vitrinen
gezeigt werden.
Fürstengrab 1 ( Erdbestattung )
Grabbeigaben Grab 1
Fürstengrab 2 Brandbestattung
Grabbeigaben Grab 2
Der frühkeltische Fürstengrabhügel
Der im Lauf der Zeiten zusammengefallene Hügel ( Durchmesser 48 m )
hatte nur noch eine Höhe von 30 cm .
In Anlehnung an vorhandenen " Abraum ", Durchmesser und anderen
archäologischen Informationen wurde er auf seine wahrscheinliche
Höhe von sechs Metern aufgeschüttet.
Auf dem Hügel oder an anderer Stelle - nicht bekannt - waren Statuen
von Keltenfürsten in vollem Ornat aufgestellt. Eine dieser Statuen
wurde nahezu unversehrt gefunden und wird im Museum gezeigt.
Die Bedeutung der diesen Hügel umgebenden Gräben ist unklar,
genau so wie die Bedeutung der Pfähle, deren Holzreste im Erdboden
gefunden worden waren und die unregelmässig verteilt um Teilbereiche
des Hügels herum standen. Auch sie wurden restauriert und dienten
wahrscheinlich astronomischen Zwecken. Aber das ist Fiktion.
Im Hügel wurden - wie bereits erwähnt - zwei " Fürstengräber " gefunden.
Das Plateau des Glaubergs
Vom Museum aus kommt man auf einem etwas steil ansteigenden Pfad
zum Plateau des Glaubergs.
Dieses nahezu ebene Areal besitzt eine Länge von ca. 800 m und eine
Breite von ca. 200 m.
Rund 150 m über den umgebenden Feldern gelegen gestattet es einen
hervorragenden Rundumblick über die Umgebung.
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Diese günstige Lage trug dazu bei, dass diese Plateau schon sehr früh
besiedelt wurde.
Spuren finden sich schon aus dem Neolithikum ( Rössener Kultur ) .
Um ca. 4000 v. Chr. war das gesamte Plateau besiedelt.
Zentrale Bedeutung hatte das Plateau des Glaubergs am Ende des
6. Jahrhunderts v. Chr. und im 5. Jahrhundert v.Chr., als es der
Sitz eines keltischen Fürstentums wurde. ( Siehe Fürstengräber ).
In dieser Zeit wurde das Gebiet in Abschnitten mit erstem und
zweitem Festungswall und mit einem Sohlgraben befestigt.
Im wesentlichen endete der keltische Fürstensitz im frühen 4. Jahrhundert
v. Chr.
Eine erwähnenswerte Besiedlung erhielt der Glauberg erst wieder in der Spät-
antike ( Germanen ) und im Mittelalter.
Ruine eines mittelalterlichen Kellerhauses
Ruine eines mittelalterlichen Kellerhauses
Ruine einer Stauferburg
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Mit Ende der " Reichsburg Glauberg " Mitte des 13. Jh. n. Chr.
verfiel auch die Besiedlung des Plateaus.
Soweit unser Ausflug zur Keltenwelt am Glauberg.
Die Rückfahrt führte uns noch zur Ronneburg, wo wir - natürlich
an reservierten Plätzen ( dem Organisationstalent unserer Frau Winter
sei Dank ) - uns nochmals zum Kaffeetrinken niederliessen und
anschliessend die Heimfahrt antraten.
Die Jupitersäule auf dem Römerkreisel
In der Mitgliederversammlung vom 19.03.2010 stellte der Vorsitzende
des Vereins, Herr Rüth, seine Idee vor, auf dem geplanten Kreisel
( im weiteren "Römerkreisel" genannt) eine Replik der im Museum
gezeigten Jupitersäule aufzustellen. Dies sei auch sinnvoll, da die Säule
kaum 100 m vom beabsichtigten Aufstellungsort bei Grabungen gefunden worden
sei. ( Anmerkung: Sie war in Stücke zerschlagen, eine Krönung wurde nicht
gefunden. Aufgrund der Inschriften ist sicher, dass sie Jupiter geweiht war.
--> Jupitersäule ). Weiterhin sei die Replik dann auch eine Reklame für
das Museum. Nach reger Diskussion wurde der Vorstand beauftragt, die
Angelegenheit weiter zu verfolgen.
Weiteres Vorgehen in Stichworten: ( wobei bei bei der Ansicht der Bilder
noch folgendes zu beachten ist: Einzelbilder können durch Anklicken
vergrössert werden, bei den Galeriebildern werden durch Anklicken Bilder
aus den Kleinkästchen in den grossen Kasten geholt ).
1.
Einholung der Genehmigung von der Stadt zur Aufstellung der Säule
am genannten Ort. Die Stadt sicherte auch zu, die Erstellung eines
Fundamentes zu übernehmen und durch die Installation von Tiefstrahlern
für die nötige Beleuchtung zu sorgen.
2.
Von dem Bildhauer Herrn Löbig wurde ein Kostenvoranschlag eingeholt
und ihm anschliessend der Auftrag zur Fertigung und Aufstellung der
Säule erteilt. ( Anmerkung: Unter Einbeziehung der späteren Änderungen
beliefen sich die Kosten insgesamt auf 12 000.-- €. )
Obwohl der Verein diese Kosten allein hätte schultern können, haben wir uns
ausserordentlich gefreut, dass die Sparkasse Dieburg eine Spende,
zweckgebunden für die Säule, von 2500.--€ zugesagt hat.
Weiterhin teilte der Lions-Club Groß-Umstadt mit, dass er die Ausgestaltung
und Bepflanzung des Kreisels übernehmen werde.
3.
Die Museumskommission stimmt am 16.6.2010 ebenfalls der Aufstellung der
Reproduktion der Jupitersäule auf dem Römerkreisel zu .
4.
Herr Löbig und Herr Konietschke fertigen einen "Pappkameraden" der
Jupitersäule im Museum im Massstab 1:1 an, um die Aussenwirkung
der Säule auf dem Kreisel zu testen.
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Übereinstimmend wird festgestellt, dass die Replik zu klein ist. es wird
beschlossen, die Reproduktion um 15% - 20% gegenüber dem Original zu
vergrössern.
Die Säule, die aus Miltenberger Sandstein gefertigt werden wird, wird nun
inklusive Sockel über 3 m hoch sein und ca. 1200 kg wiegen.
5.
Bildhauer Löbig setzt für seine Arbeit eine Zeit von ca. 2 Monaten an.
6.
Der Vorsitzende und sein Stellvertreter informieren sich in der Werkstatt
des Bildhauers über den Fortgang der Arbeit.
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Aufnahme in der Werkstatt. Schuppensäule mit
Kapitell
7.
Die Übergabe der Jupitersäule an die Stadt wird auf den 30.07.2011
festgelegt.
Die Aufstellung erfolgt zwei Tage vorher. Herr Löbig gibt dafür einen
Zeitrahmen von ca. 4 Stunden an.
Nach der Aufstellung wird die Säule bis zur Übergabe verhüllt.
8.
Die Säule wird aufgestellt.
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Die Säule steht!
Sie besteht aus einem Grundsockel, einem 4-Götterstein ( Juno,
Minerva, Merkur und Herkules ) mit Weiheinschrift, einem
Zwischensockel und einer Schuppensäule mit griechisch-korinthisch
nachempfundenem Kapitell.
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Nach dem Aufbau wurde die Säule bis zur Übergabe verhüllt.
9.
Am 30.07.2011 erfolgte die Übergabe der Jupitersäule an die Stadt.
In seiner Rede dankte der Bürgermeister Dr. Werner Thomas für die
Gesamtgestaltung des Kreisels, die der Stadt diesmal nahezu keinen
Cent gekostet habe und nannte die Aktion ein beispielhaftes bürger-
liches Engagement.
In seiner Antwort begann der Vorsitzende unseres Vereins stilgerecht
seine "Übergaberede" mit folgenden Worten:
Nos, amici museum Fechenbachende alentes, honori ducimus hanc
columnam Iovi Optimo Maximo dedicatam memores hereditatis
Romanae et votum solvendi causa libenter et maxima cum laeticia
civibus civitatis nostrae tradere.
Utinam civitati nostrae semper decori sit.
Natürlich vergass er die "wenigen" des Lateins unkundigen Gäste und
Zuschauer nicht und lieferte die deutsche Übersetzung nach:
Die Freunde und Förderer des Museums geben sich die Ehre, den
Bürgern der Stadt ,diese dem besten und grössten Jupiter geweihte
Säule, eingedenk des römischen Erbes und in Erfüllung eines Ver-
sprechens, gern und freudig zu übergeben.
Möge sie der Stadt zur Zierde gereichen.
Dieser Rede schloss sich eine Ansprache des Sprechers des Lions-Club's
und gleichzeitig Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dieburg, Herrn
Manfred Neßler an, der von einem Netzwerk der Förderer sprach.
" Das war schon ein besonderes Projekt, das hier umgesetzt wurde.
wir wollten nicht nur einen Scheck überreichen ". Damit wies er darauf hin,
dass zur Vollendung des Projekts seitens der "Lions" auch viel Handwerkliches
geleistet worden war.
Schliesslich überreichte der Sparkassen-Filialdirektor, Herr Christian
Markert, einen symbolischen Scheck über die bereits avisierte Spende
von 2500.-- €.
Anschliessend würde die Jupitersäule enthüllt.
Der Bürgermeister
Herr Rüth
Herr Neßler
Herr Markert
Scheckübergabe
Erwartungsvolle Zuschauer
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Umrahmt wurde die ganze Veranstaltung durch den Diplom-Trompeter
aus Frankfurt, Herrn Hagen Pätzold, der auf einem Nachbau eines
römischen Cornu's ( Horn ) Sequenzen aus antiken Musikstücken spielte,
bewacht und bestaunt durch einen römischen Soldaten ( Christian
Eidenschink ).
10.
Anschliessend traf man sich im Hof und im Seminarraum des Schlosses
Fechenbach, wo das Museumsteam ein Buffet liebevoll hergerichtet hatte
und wo man Mulsum, Moretum und andere Köstlichkeiten geniessen konnte.
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Anmerkung: Ein Teil der Bilder wurde uns freundlicherweise von den
Journalisten Herrn M. Prasch und Herrn J. Dörr zur Verfügung gestellt.
Trapezteichfest am 29.05.2011
Nicht nur die Dieburger Adligen vor über 300 Jahren wussten ihren
Schatten spendenden Schlossgarten im Sommer zu schätzen, auch
Gäste des diesjährigen Trapezteichfestes der Dieburger Sängerlust
suchten und fanden am frühsommerlichen Sonntag schattige Bereiche.
Zusammen mit der Stadt Dieburg ( Frau Posselt ) waren zwei
Schlossgartenführungen mit unserem Verein vereinbart worden.
De erste Führung am späten Vormittag musste leider wegen mangeln-
der Nachfage ausfallen. Vermutlich waren diese Programmpunkte zu
wenig publiziert worden.-- schade!
Die zweite Führung am frühen Nachmittag fand jedoch genügend
Interessenten.
Das erfreute auch unsere " Madame Sophie Laroche " ( Rosemarie
Martin ) mit ihrem Gefolge sichtlich.
Nach einem Durchwandeln der verschiedenen Gartenpartien mit
ausführlichen Erläuterungen durch Frau Posselt gab es am Ende der
Führung ein " überraschendes " Zusammentreffen mit Freifrau von
Groschlag ( Frau Klostermann ) und dem Hofgärtner
Johann Petri ( Peter Maack ). Dieser überreichte Freifrau von
Groschlag ein für damalige Zeiten wahrlich exotisches Obst:
Ananasfrüchte aus dem benachbarten Ananas-Haus.
Mit der Zubereitung dieser Baby-Ananas sichtlich überfordert, eilte
Freifrau von Groschlag von dannen zu ihrem Koch, um diese
Köstlichkeit zubereiten zu lassen, damit sie diese dann schnellstens
geniessen könne.
Bekannte Köstlichkeiten, nämlich kühlen Sekt mit oder ohne
frischen Erdbeeren, gab es anschliessend für die Besuchergruppe
und andere Gäste an unserem schattigen Stand.
Text und Bilder Jürgen Gräning
Internationaler Museumstag am 15.05.2011
Am Internationalen Museumstag ( 15.05.2011 ) brachten kleine
Spielszenen unter Mitwirkung von Mitgliedern unseres Vereins
zusätzliches Leben in das Museum Schloß Fechenbach.
Auf Initiative der stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins,
Frau Klostermann, gab es eine Reihe von Szenen, die sich auf unter-
schiedliche Räume des Museums verteilten.
So konnte man z.B. den Gesprächen römischer Senatoren ( Vereins-
mitglieder Herr Dr. Schöning und Herr Prof. Dr. Wendt ) lauschen, als sie
der Gattin ( Frau Schöning ) des einen Senators von dem berühmten
Gastmahl des Trimalchio erzählten, wobei die Herrschaften von einer
reizenden jungen Germanin, der Tochter der Museumsleiterin bedient
wurden.
Beim Fränkischen Reiter erzählte eine fränkische Grossmutter
von der Eheschliessung ihrer Enkelin mit eben diesem Reiter,
während sie aus Bernstein den Hochzeitsschmuck herstellte.
Im Fechenbachzimmer wurden die Besucher von drei adligen
Damen ( Frau Danz, Frau Bürger-Lehr, Frau Chavat ) erwartet,
die über Dieburg um 1840 und den Zuzug der ersten protestantischen
Familien plauderten.
Im letzten Raum der Ausstellung berichtete eine Dieburgerin
( Frau Weng ) über die Zeit des Krieges und über zwei
Bombenangriffe.
Die Idee, den Gang durch das Museum mit kleinen Spielszenen
aufzulockern, fand grossen Anklang. Die vielen Besucher waren
begeistert.
( Text: Frau Christine Klostermann ).
Auf ein Glas Wein in die zwanziger Jahre
Wie es schon Tradition ist, hatte das literarische Trio: Frau
Christine Klostermann ( Vereinsmitglied ), Herr Gerhard Schröder und
Herr Werner Danz zu ihrer Vortragsreihe Auf ein Glas Wein...
am 27.04.2011 in den Seminarraum des Museums eingeladen.
Das Thema des Abends : Auf ein Glas Wein in die zwanziger
Jahre.
Der Seminarraum war bis auf den letzten Platz besetzt.
Mit Gedichten und Essays so bekannter Dichter und Schriftsteller
wie Tucholsky, Ringelnatz, Kästner und andere Literaten gab das
Trio einen Einblick in das literarische Schaffen in den Zwanzigern.
Humoristisches, Besinnliches und Nachdenkenswertes aber auch
Sozial- und Politk-kritisches war da zu hören.
Für die Zuhörer war es auch äusserst gewinnbringend, dass von den
Vortragenden jeweils ein kurzer Abriss der Vita der einzelnen vor-
gestellten Literaten gegeben wurde, konnte man doch dadurch
besser verstehen und ableiten, warum und auf Grund welcher Er-
fahrungen diese Dichter mit den von ihnen behandelten Themen
umgegangen sind.
Jahreshauptversammlung
Am 25.03.2011 fand turnusgemäss die Jahreshauptversammlung des
Vereins statt.
Anwesend waren 27 Mitglieder
12 Mitglieder hatten sich entschuldigt.
Nach der Begrüssung durch den ersten Vorsitzenden, Herrn Rüth, und
der Feststellung der Beschlussfähigkeit gab der Vorsitzende einen Über-
blick über die Aktivitäten, die der Verein selbst unternommen hatte oder
an denen er bzw. Mitglieder des Vereins beteiligt gewesen sind.
Anschliessend berichtete der Vorsitzende - soweit dies schon möglich war -
über die in diesem Jahr beabsichtigten Aktivitäten des Vereins.
Hierzu gehören insbesondere:
27.04.2011: Teilnahme am Literaturabend Auf ein Glas Wein in die
zwanziger Jahre
15.05.2011: Teilnahme am Internationalen Museumstag. ( Malaktion
Atelier Henon im Museum ) Mitglieder des Vereins sollten in
barocken Kleidern oder römischen Gewändern teilnehmen.
29.05.2011: Teilnahme am Trapezteichfest des Gesangsvereins
" Sängerlust ". Wir bieten Sekt mit Erdbeeren pp und Park-
führungen an.
01.07.2011: Aufstellung der Replik der Jupitersäule auf den Kreisel an der
Römerhalle. ( Der Termin kann sich noch ändern ).
17.09.2011: Teilnahme an der Veranstaltung Literatur im Kreuzverhör des
HR mit Peter Härting.
04.11. bis
06.11.2011: Teilnahme am Martinsmarkt.
Anschliessend folgten noch die Berichte des Schatzmeisters und der Kassen-
prüfer.
Eine Aussprache zu allen Berichten wurde von den Anwesenden nicht gewünscht.
Die Entlastung des Vorstandes erfolgte einstimmig bei Enthaltung der Vorstands-
mitglieder.
Gemäss Satzung war in der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Vorstand
zu wählen, bestehend aus dem
geschäftsführenden Vorstand mit
dem ersten Vorsitzenden
den zwei stellvertretenden Vorsitzenden
dem Schatzmeister
dem Schriftführer
sowie den gleichberechtigten
Beisitzern
Per Akklamation wurden
Herr Christian O. Eidenschink als Wahlleiter, sowie
Herr Ferdinand Böhm und Herr Dr. Harald Schöning als Wahlhelfer
gewählt.
Die drei Herren nahmen die Wahl an.
Zur Abfolge der Wahl wies Herr Eidenschink darauf hin, dass laut Wahl-
ordnung bei sämtlichen Wahlgängen die jeweilige Wahl auch per Akkla-
mation erfolgen könne, wenn kein anwesendes Mitglied dagegen Einspruch
erheben würde.
Es wurde festgestellt, dass kein Einspuch erfolgte. So wurde einstimmig
beschlossen, per Akklamation/Handzeichen abzustimmen.
Zur Wahl stellten sich der bisherige Vorstand sowie ein weiteres Mitglied
aus den Reihen der anwesenden Mitglieder.
Es wurden wie folgt gewählt:
1. Geschäftsführender Vorstand:
Erster Vorsitzender: Herr Klaus Rüth
Zwei stellvertretende Vorsitzende: Frau Christine Klostermann,
Herr Prof. Walter Stoll
Schatzmeister: Herr Ronald Gabele
Schriftführer: Frau Karin Winter
2. Beisitzer:
Herr Jürgen Gräning
Herr Martin Konietschke
Frau Rosemarie Martin
Herr Ludwig Schmitt
Frau Sue Henon
Frau Ingrid Weng
Alle gewählten Personen nahmen die Wahl an.
Der Vorstand ( Gesamtvorstand ) besteht somit aus 11 Mitgliedern.
3. Kassenprüfer
Als Kassenprüfer wurden gewählt:
Herr Klaus-Norbert Dahmen
Frau Sabine Schröder
Herr Dahmen nahm die Wahl an, Frau Schröder hat ihr Einverständnis
zu einer erneuten Wahl ( Sie war in vergangenen Perioden bereits
Kassenprüferin ) schriftlich mitgeteilt.
Die Jahreshauptversammlung verlief ( wie gewöhnlich ) in einer
angenehmen Atmosphäre und war bereits nach einer Stunde beendet,
( was den anwesenden Mitgliedern besonders gefallen hat ).
Das vollständige Protokoll zur Sitzung sowie das Wahlprotokoll kann
von den Mitgliedern in der Kanzlei Rüth ( Steinstrasse ) eingesehen
werden.
Exkursion zur Ausstellung " Die Staufer und Italien"
Am 12.02.2011 fand die bereits angekündigte Exkursion zum
Museumsbesuch der Ausstellung " Die Staufer und Italien"
in Mannheim statt.
Das Interesse unserer Mitglieder an dieser Veranstaltung war sehr gross.
So musste entgegen der ursprünglichen Order ein grösserer Bus
bestellt werden und es musste darüber hinaus noch eine Warteliste
angelegt werden, die leider nicht ganz abgearbeitet werden konnte.
" Leider " war das Interesse auch bei anderen Leuten gross. Es war voll !!
Sicher lag das daran, dass wir aus verständlichen Gründen die Ex-
kursion auf einen Samstag gelegt hatten, zum anderen auch
deswegen, weil die Ausstellung bereits am 20. Februar ihre Pforten
schliesst.
Aufgeteilt in zwei Gruppen begleiteten uns sachkundige Führer
durch 130 Jahre Geschichte der Staufer als gekrönte römisch-
deutsche Könige und Kaiser.
Zahlreiche Exponate und Schrifttafeln zeigten den Wirkungskreis
dieses schwäbíschen Adelsgeschlechts , der sich in Zeiten der grössten Ausdehnung über weite Teile Europas bis hin zu den Alpen und
jenseits der Alpen auf Norditalien und Sizilien erstreckte.
Viele Exponate zeigten auch, dass sich die Staufer bei den von ihnen
geschaffenen Denkmälern und Skulpturen stark an die Darstellungen
der Antike anlehnten.
Thronender König ( Hauptmotiv der Stauferausstel-
lung )
Sachkundig wurden bei der Führung die gekrönten römisch-
deutschen Könige aus dem Geschlecht der Staufer vorgestellt.
Konrad III von 1138 bis 1152 König, liess sich aber Kaiser
nennen.
Friedrich I, Barbarossa von 1152 bis 1190, in Rom zum Kaiser
( Neffe Konrads III ) gekrönt.
Heinrich VI von 1190 bis 1197 , in Rom zum Kaiser gekrönt.
Philipp von Schwaben von 1198 bis 1208 , König
Friedrich II von 1212 bis 1250, in Rom zum Kaiser gekrönt.
Konrad IV von 1250 bis 1254, König.
Sein Halbbruder Manfred konnte bis 1266 das Staufische Königtum
noch sichern.
Sein Sohn Konradin, der letzte männliche Staufer in direkter Linie,
starb auf Veranlassung von Karl von Anjou 16jährig auf dem Schaffott.
Im Verlauf der Führung hob unser Führer besonders die Rolle von
Kaiser Friedrich I ( Barbarossa ) und
Kaiser Friedrich II
hervor.
Kaiser Friedrich I betrieb eine ambitionierte Italienpolitik,
die sich vor allem gegen die nach Autonomie strebenden
oberitalienischen Städte richtete, konnte sich aber auch militärisch
nie durchsetzen.
Im Gegensatz zu Friedrich II galt er als relativ ungebildet, man
nimmt an, dass er wenigstens lesen und schreiben konnte.
Auf dem dritten Kreuzzug starb er 1190 in Kleinasien. Der Be-
stattungsort seiner Leiche ( oder was davon übrig war ) ist
unbekannt.
Durch die Kyffhäusersage wird sein Name bis heute im Gedächtnis
gehalten.
Kaiser Friedrich II war im Gegensatz zu Friedrich I ein kunst-
verständiger und hochgebildeter Herrscher, der u.a. vier Sprachen
sprach.
Aufgewachsen war er in seinem Königreich Sizilien. 1212 zog er nach
Deutschland, wo er den 1209 zum Kaiser gekrönten Otto IV schnell
nach Norden verdrängte. Endgültig setzte er sich in Frankreich
in der Schlacht von Bouvines durch, als er als Verbündeter des
französischen Königs Philipp II Kaiser Otto IV, der mit dem
englischen König verbündet war, vernichtend schlug.
Otto starb bald darauf und so war Friedrich II uneingeschränkter
Römisch-Deutscher König.
1220 wurde Friedrich II zum Kaiser gekrönt. In der Folgezeit über-
liess er die deutschen Gebiete seinem Sohn Heinrich zur Verwaltung
und wandte sich der organisatorischen Ausgestaltung seines
sizilianischen Reiches zu ( Zentralisierung der Verwaltung, mannig-
fache Reformen, Gründung einer Staatsuniversität ).
Mit der Beherrschung der oberitalienischen Städte hingegen hatte
er weniger Erfolg.
Obwohl er- und das durch Diplomatie - einen Waffenstillstand
erreichte und sich selbst zum König von Jerusalem ernannte, lag
er in der Folgezeit mit den Päpsten öfters im Clinch, die um ihre Macht
und ihren Einfluss fürchteten. Mehrfach wurde er gebannt. Papst und
Kaiser beschimpften sich gegenseitig als Antichrist. Papst Innozenz IV
entzog Friedrich II sogar die Kaiserwürde, was allerdings in er
damaligen Öffentlichkeit wenig Beifall fand, aber trotzdem zur
Wahl einiger Gegenkönige führte, was aber Friedrich II wenig be-
rührte. Es gelang ihm, diesen Attacken stand zu halten und sich zu
behaupten.
Friedrich II starb am 13.Dezember 1250.
Wie schon bei früheren Ausflügen üblich, beendeten wir unsere
Exkursion mit einem gemeinsamen Abendessen, diesmal wieder
in Bensheim im Gasthof " Walderdorffer Hof ".
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Veranstaltungen 2010
Martinsmarkt 05. bis 07. Novenber
Wie üblich, haben wir auch dieses Jahr am Martinsmarkt
teilgenommen. Leider war das Wetter nicht so zufrieden-
stellend, besonders am Samstag hatte dies auf den
" Besucherandrang " wesentlichen Einfluss.
Neben unserem üblichen Verkaufsangebot haben wir wieder
unseren " Verkaufsschlager " Mulsum rot und weiss angeboten
und diesmal aus Erfahrungsgründen auf ein Angebot von Ess-
waren verzichtet.
Besonders hinweisen möchten wir auf unser diesjähriges Poster,
welches den Plan des Dieburger Schlossgartens im Jahr
1789 darstellt. Dieses Poster ist im Museum und in der Kanzlei
Rüth in der Steinstrasse für 5,00 € käuflich zu erwerben.
Ein Glas zu Barock
Im Rahmen des Veranstaltungszyklus " Erlebnisabend " des
Museums hatte am 27.10.2010 das Trio Frau Christine
Klostermann, Herr Werner Danz und Herr Gerhard
Schröder ( Frau Klostermann ist Mitglied unseres Vereins )
zu einem weiteren Vortrag ihrer Reihe
" Ein Glas zu ... " diesmal mit dem Thema: " Ein Glas zu
Barock " in den Seminarraum des Museums eingeladen.
An ansprechend dekorierten Tischen hatten sich 51 Gäste
eingefunden, die bei einem bzw. mehreren Gläsern Wein
den Ausführungen des Trios zuhörten. Der Seminarraum war
somit voll besetzt.
In der Einführung wurde u.a. der Zeitraum abgesteckt,
der heute von uns als Barockzeit verstanden wird,
nämlich das 17. Jahrhundert und die Anfänge des
18. Jahrhunderts.
Von den Vortragenden wurde die Geisteshaltung zur
Religion, zu Liebe und Tod, die Wandlungen in der Sprache,
die Lebenshaltung und die Lebensumstände er damaligen
Zeit dargelegt, indem sie in der Barockzeit lebende Dichter
wie Opitz, Angelus Silesius, Paul Gerhard, Grimmelshausen
und viele andere in Gedichten, Sentenzen und Romanab-
schnitten zu Wort kommen liessen.
Die Haltung der damaligen Menschen zur Reformation und
Gegenreformation wurde angesprochen. Auch erfuhr man
etwas über die Kluft zwischen Ober- und Unterschicht auch
durch Speisen und Essgewohnheiten, wobei eine reich ge-
deckte Tafel auch zur Demonstration von Macht und
Ansehen diente.
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Auch beschrieben die Dichter die Schrecken des 30jährigen
Krieges, die Haltung der Soldateska, die in Saufge-
lagen das Heute genossen und nicht an das Morgen
dachten.
Das Verhältnis der Geschlechter zueinander war weniger
geprägt durch Romantik und mittelalterliche Minne als
viel mehr durch Betonung des Äusseren, der Lust und
Wollust, was in einigen Gedichten offenbar wurde.
Die Haltung der damaligen Zeitgenossen zur Frage des
Todes aus den Gedichten und Sentenzen herauszufiltern
ist kompliziert und lässt eine eindeutige Aussage nicht zu.
Hier exsistieren Gedichte, die sich ernsthaft mit Fragen
wie Übergang vom Leben zum ewigen Leben beschäftigen
als auch fast slapstickhafte Inschriften auf Grabsteinen.
Musikfragmente von Kompositionen von Komponisten der
damaligen Zeit trennten die einzelnen Themenkreise des
Vortrags voneinander.
Die Zuhörer folgten den Ausführungen der Vortragenden
aufmerksam, den Ausführungen, die mehrmals von Beifall
unterbrochen wurden.
Als schliesslich Frau Klostermann das Ende der Veranstaltung
ankündigte, kam aus der Zuhörerschaft: " Schade ".
Immerhin kündigte Frau Klostermann darauf hin an, dass
das nächste Projekt bereits angedacht sei. Das Thema:
" Die frühen Zwanziger des letzten Jahrhunderts ".
Besichtigung der Wallfahrtskirche St. Maria in Dieburg
Am 23. Oktober 2010 besichtigten die Freunde und Förderer
des Museums die katholische Wallfahrtskirche St. Maria
in Dieburg.
Der Besuch erfolgte im Rahmen des Begleitprogramms zu
der Ausstellung " Dieburg als Kurmainzer Amtsstadt " die
im Museum noch bis zum 07.November 2010 zu sehen ist.
Die Teilnehmer profitierten von der exzellenten Führung
durch die Historikerin Frau Tina Rosenfeld, einem Mitglied
des Museumsteams.
Frau Rosenfeld erläuterte sachkundig und anschaulich
die erstaunliche Bau- und Kulturgeschichte
der Wallfahrtskirche.
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Die ca. 30 Teilnehmer waren beeindruckt von diesem geschichtsträchtigen Ort.
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Das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten
17. bis 19. September 2010
Im Rahmen der alljährlich stattfindenden Veranstaltungen
" Garten RheinMain " , welche dieses Jahr unter dem Motto
" Parkgeschichten " standen, öffnete Schloss Wolfsgarten
vom 17. bis 19. September seine Pforten und lud zu einem
fürstlichen Gartenfest.
Über 140 ausgesuchte Aussteller gestalteten die 4. Internationale
Verkaufsausstellung für Gartenkultur und ländliche Lebensart.
Über die Stadtverwaltung erreichte unseren Verein eine Einladung
zu diesem Fest.
Um dieser Veranstaltung ein hochherrschaftliches, ja fürstliches
Gepräge zu geben, entschlossen wir uns,am 18.09 Karl Friedrich Willibald
Freiherr von Groschlag mit Gefolge und natürlich seinen Gärtner
( Siehe Kapitel Lustwandeln in Groschlag's Garten am 09.05.10 ) zu
entsenden. Ihr Erscheinen daselbst erzeugte grosse Aufmerksamkeit und
Erstaunen.
Die folgenden Bilder geben Zeugnis von diesem Auftritt.
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Besuch der Saalburg
( Die Bilder können wie üblich durch Anklicken vergrössert werden )
Am 04.09.2010 fand die schon länger angekündigte Exkursion unseres
Vereins zur Saalburg statt.
Ein Bus brachte die 42 Teilnehmer in einer ca. einstündigen Fahrt
zum Kastell.
es wurden zwei Gruppen gebildet, die unter sachkundiger Führung
von Frau Monika Tylewski und Frau Karin Zuleger die Anlage erkundeten.
Das Kastell war von ca. 90 nach Chr. bis 260 nach Chr. besetzt und ist
ein Teil des Obergermanisch-Rätischen Limes.
Um 90 nach Chr. war an dieser Stelle ein kleines Holzkastell für
einen Numerus errichtet worden. Ein Numerus war eine Hilfstruppen-
einheit, die üblicherweise aus zwei Centurien, also 160 Mann bestand.
Später wurde dieses kleine Kastell als Kohortenkastell für ca. 500 Mann
erweitert.
Baumaterial: Holz-Steinmauer/ Steinmauer.
Das Kastell ist mit einer gemörtelten Steinmauer umgeben, die zu
römischer Zeit aussenseitig verputzt und als Scheinmauer bemalt war.
( Weisse Steine, rot ausgemalte Fugen ).
Bei der Rekonstruktion des Kastells wurde das nicht beachtet. An einer
Stelle der Mauer wurde später zur Demonstration das Mauerwerk wie oben
beschrieben gestaltet.
Nach vermehrten Einfällen germanischer Stämme in römisches
Hoheitsgebiet wurde das Kastell 260 nach Chr. schliesslich verlassen
und verfiel.
Lange Zeit wurden die Reste des Kastells für aus dem Mittelalter
stammend gehalten und als Steinbruch für die Siedlungen der Umgebung
genutzt.
Um 1750 wurde die Ruine als römisch erkannt, aber erst 1818 wurde
durch einen Erlass von Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg die
weitere Nutzung als " Steinbruch " verboten.
Umfangreiche Grabungen in der Folgezeit förderten überaus reiche Funde
zutage, die heute im Museum der Saalburg betrachtet werden können.
Auf Anregung des Grabungsleiters Louis Jacobi veranlasste 1897
Kaiser Wilhelm II die Rekonstruktion des Kastells unter Beachtung der
archäologischen Funde. Deswegen konnten auch Holzbaracken, die sicher
als Manschaftsunterkünfte innerhalb des Kastells vorhanden waren, nicht
rekonstruiert werden, da ihre Lage nicht mehr zu orten war.
Von 2003 bis 2009 wurden weitere Gebäude restauriert. Es entstand ein
archäologischer Park.
2005 wurde die Saalburg Teil des UNESCO-Welterbes.
Man betritt das Kastell durch das Haupttor ( Porta Praetoria )
um dann einige restaurierte Gebäude zu besichtigen, so beispiels-
weise
den Getreidespeicher ( Horreum ), der heute Ausstellungsraum
ist.
oder
das Stabsgebäude ( Principia ) mit seiner grossen Halle.
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das Wohnhaus des Kommandanten ( Prätorium )
mit Innenhof, der von einem grossen Wasserbecken dominiert wird,
welches wohl früher mit einem Säulengang umrandet war.
Ob Mosaiken im Wasserbecken bei der ursprünglichen Gestaltung
vorhanden waren, wird bezweifelt.
Heute dient dieses Gebäude als Sitz der Museumsverwaltung und des
Saalburg-Forschungsinstituts.
die Fabricia, die zeigt, wie wohl ein römisches Werkstattsgebäude
ausgesehen haben mag.
das Fahnenheiligtum ( Aedes ), welches auch kultisches Zentrum
( Götterstatuen und -Bilder ) des Kastells war.
Bei den hier aufgestellten Standarten kann die Adlerstandarte nicht
der früheren römischen Einrichtung entsprochen haben.
Eine Kohorte hatte keine Adlerstandarte. Aber Kaiser Wilhelm II
wollte es so bei der Ausstattung des rekonstruierten Gebäudes und
so blieb es.
Die Mannschaften waren in Holzbaracken, den sog. Centuriae unter-
gebracht, die in Contubernia ( Stubengemeinschaften ) aufgeteilt waren.
Wir konnten eine solche rekonstruierte Mannschaftsstube besichtigen,
die mit 8 Mann belegt wurde und in der es unsagbar eng zuging.
Kleiderkammer,Waffenschrank, Abstellkammer für 8
Soldaten
Vor dem Haupttor wurden Reste der Grundmauern von Gebäuden
eines Dorfes ( vicus ) ausgegraben.
Hier hatten Handwerker, Händler und Wirte ihr Zuhause.
Grundmauern verschiedener Gebäude wurden freigelegt, so z.B.
die eines Bades für Soldaten ( Bad des Kohortenkastells ).
Für eine ursprüngliche Existenz des restaurierten Mithreums, dessen
Innenraum gerade renoviert wird, gibt es archäologisch keine Beweise.
Das Dorf wurde schätzungsweise von 1500 Siedlern bewohnt, so dass
die gesamte Ansiedlung, also Kastell + Dorf ca. 2000 Menschen gezählt
haben dürfte.
200 m vom Kastell entfernt kommt man an den Obergermanisch-Rätischen
Limes, die Grenze, die das römische Territorium von dem der " Barbaren "
trennte.
Ein kleiner hier rekonstruierter Teil des Limes zeigt, dass die Grenz-
befestigung wohl mehr zur Kontrolle des " kleinen Grenzverkehrs "
diente ( Handel, Zoll ), als der Abwehr feindlicher Eindringlinge.
Hierzu waren die Soldaten da, die in grosser Zahl die Grenzen über-
wachten.
Der Limes von römischer Seite aus gesehen
Froh, aus feindlichem Gebiet wieder in Sicherheit
auf die römische Seite zu kommen.
Den Abschluss unserer Exkursion bildete ein Abendessen in der
Taberna, einem römisch nachempfundenen Wirtshaus, in dem wir
ausgiebig nach römischen Rezepten gekochte Speisen geniessen
konnten.
Die Vorspeise
Das Hauptgericht
Projekt " Jupitersäule auf dem Verkehrskreisel bei der Römerhalle "
In der Sitzung der Jahreshauptversammlung vom 19.03.2010
wurde der Vorstand von den Mitgliedern des Vereins beauftragt,
das Projekt, eine Replik der Jupitersäule auf dem neuen Verkehrskreisel
bei der im Bau befindlichen Römerhalle aufzustellen, zu verfolgen.
Dieser Standort bietet sich thematisch auch wegen der Nachbarschaft zur
Römerhalle an und ausserdem ist das Original der Säule in diesem
Bereich gefunden worden.
Zwischenzeitlich ist der Vorstand entsprechend tätig geworden.
Hier ein Zwischenbericht:
Nachdem die Stadtverwaltung Zustimmung zu diesem Projekt signa-
lisiert hatte, wurden von Steinrestauratoren Angebote eingeholt und
man entschied sich für den Steinrestaurator Herrn Löbig.
Um Wirkung und Proportionen der Replik auf dem Kreisel zu testen,
wurde von unserem Mitglied Herrn Konietschke und Herrn Löbig ein
" Pappkamerad " gefertigt und seine Wirkung bei einem Ortstermin
am 21.06.2010 im Vorstand diskutiert.
Herr Löbig und Herr Konietschke beim Aufbau
Ergebnis:
Die Säule soll proportional vergrössert werden und zwar in der
Höhe im 50 cm.
Der Restaurator schätzt die Herstellungszeit auf 4 - 5 Monate.
Da die Säule zur Einweihung der Römerhalle aufgestellt werden soll,
bleibt zur Herstellung noch genügend Zeit.
Da sich durch den Beschluss die Säulenabmasse geändert haben, hat
Herr Löbig dem Vorstand ein erneutes Angebot zugeschickt, über das
in der nächsten Sitzung des Gesamtvorstandes beraten werden soll.
Dieburg in Blau 05.06.2010
Diesmal hatte es das Wetter besonders gut gemeint! Bei strah-
lendem Sonnenschein und fast zu heissen Temperaturen war bereits
gegen 19.00 Uhr auf dem Marktplatz kaum noch ein Platz zu
finden und auf den Strassen herrschte reges Treiben. Als es dann
dunkel wurde, lockte die laue Sommernacht noch mehr Besucher an,
so dass dem Vernehmen nach in der Zuckerstrasse kaum noch ein
Durchkommen war.
Wir hatten unsere Zelte im Fechenbachpark wieder direkt vor dem
Schloss aufgebaut, welches dem Motto gemäss in blaues Licht getaucht war.
An unserem Stand wurden Wein und Oliven/Weintrauben/Käse-
Spiesse zum Kauf angeboten. Unsere ( aktiven ) Damen waren
wieder dem Anlass entsprechend gekleidet.
Am Stand
Unsere Damen mit dem" Bader"der Stadt
Sehr bald waren auch unsere Bänke nahezu voll besetzt und an
unseren Stehtischen standen die Gäste oft in Zweierreihen.
Dies lag sicher zum einen an den sehr guten Weinen, die unser
Sommelier Ferdinand Böhm mit Bedacht ausgesucht hatte, zum
anderen gestattete die Lage unseres Standes - etwas abgesetzt
vom Trubel und Lärm des Festes - eine oft angeregte Unterhaltung
zwischen den Gästen. Man verstand sich.
Neben einigen exponierten Persönlichkeiten, die sich bei uns eingefunden
hatten, besuchte uns auch die " Blaue Geigerin ", die uns nach Art des
" heiteren Beruferatens " mit Fragen nach Titel und Komponisten der
Stücke, die sie uns vorspielte, examinierte.
Unser Bürgermeister mit Gattin
Die "Blaue Geigerin"
So war es schliesslich nicht verwunderlich, dass wir gegen Mitternacht -
was den Wein anbetrifft - völlig pleite waren. Obwohl wir uns, basie-
rend auf den Erfahrungen vergangener Veranstaltungen mit 80
Flaschen unserer Meinung nach gut eingedeckt hatten, hatte man uns
völlig ausgeso.... .
Einen weiteren Eindruck von dem wundervollen Abend geben die folgenden
Bilder unserer Fotografen Herr und Frau Winter und Herr Danz.
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Den offiziellen Abschluss der Veranstaltung " Dieburg in Blau "
gab - wie sollte es anders sein - ein Feuerwerk.
Lustwandeln in Groschlag's Garten
Die Veranstaltung Garten Rhein Main, an der auch die Stadt Dieburg
teilnimmt, stand diesmal unter dem Motto: Park- und Familiengeschichten.
Hierzu waren zwei Führungen ( vormittags und nachmittags ) durch den
Groschlagschen Park geplant.
Den Bitten des Museumsteams der Stadt an unseren Verein, ebenfalls an
dieser Veranstaltung teilzunehmen, kamen wir gerne nach. Dabei
lautete unser Motto: Lustwandeln in Groschlag's Garten.
Bei diesem "Lustwandeln" konnte man Damen in Gewändern der damaligen
Zeit antreffen und auch Carl Friedrich Willibald Freiherr von Groschlag
( 1729 - 1799 ) war zusammen mit seinem Gärtner im Park beschäftigt.
Freiherr von Groschlag und sein Gärtner
Natürlich war unser Verein auch bereit, mit Kaffe und Kuchen,
Sekt und Wein für das leibliche Wohl der Führungsteilnehmer zu
sorgen.
Leider machte das Wetter der Veranstaltung einen Strich durch die
Rechnung. Vormittags regnete es in Strömen, so dass die Führung am
Vormittag ausfallen musste.
In der Hoffnung auf eine Wetterbesserung wurde beschlossen, zunächst
einmal alles stehen zu lassen.
Und die Beharrlichkeit zahlte sich aus! Am frühen Nachmittag hörte der
Regen auf, von Zeit zu Zeit liess sich sogar die Sonne blicken.
Zur Führung am Nachmittag, bei der Frau Posselt vom Museumsteam
in die Historie des Schlossgartens einführte, hatten sich 40 bis 50
Interessenten eingefunden.
Kleine Spielszenen, von Mitgliedern unseres Vereins organisiert und durch-
geführt und musikalisch von einem Trompeter begleitet, fügten sich natlos
in den Führungsablauf ein.
So traf Madame Sophie Laroche im Park auf Freifrau von Groschlag mit
Gefolge und die Damen tauschten sich in einem angeregten Gespräch
untereinander aus.
An anderer Stelle traf man auf den Hausherrn, Herrn Carl Friedrich
Willibald von Groschlag zusammen mit seinem Gärtner.
Von Groschlag
Der Gärtner
Beide erläuterten den Zuhörern anhand eines Schaubildes, auf welche
Weise sie beabsichtigten, den Garten umzugestalten und zu erweitern.
v. Groschlag's Erklärungen
Der Gärtner erklärt
Am Ende konnten wir in unseren Zelten viele Teinehmer empfangen,
denen unsere Kuchen und Getränke gerade recht kamen.
Die reiche Auswahl
Es war eine gelungene Veranstaltung, von der die nachfolgende
Galerie einen entsprechenden Einduck vermittelt.
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Exkursion zur Ausstellung " Alexander der Grosse und die
Öffnung der Welt ".
Am 29.12.09 hatte der Vorstand zu einer Exkursion am 30.01.2010
in das Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum eingeladen und zwar
zur Ausstellung:
" Alexander der Grosse und die Öffnung der Welt".
Das Interesse an dieser Exkursion war über die Massen gross und so
war der Bus, der uns nach Mannheim brachte, mit 48 Personen nahezu
ausgebucht.
Die Ausstellung, organisiert von der Curd Engelhorn-Stiftung in Kooperation
mit der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, gehört
sicher zu den bedeutensten Ausstellungen, die man sich zu dem Thema
Alexander der Grosse ( Alexander der III ) vorstellen kann.
Exponate aus den usbekischen Museen aus Samarkant, Taschkent und
Termes, dem tadschikischen Nationalmuseum, aus Museen von Paris,
London, Rom, Wien, Berlin und St. Petersburg begleiten den Besucher
entlang des Alexanderzuges und künden, unterstützt durch digitale
Medien, von der Macht, dem Reichtum, der Kühnheit, der Kampfesbegierde
und den Siegen des makedonischen Königs.
Alexander der Grosse wurde 356 v. Chr. im makedonischen Pella als
Königssohn geboren. Bereits mit 20 Jahren wurde er König und von da an
war sein ganzes - kurzes, er wurde nur 33 Jahre alt und starb 323 v. Chr.
in Babylon - Leben quasi ein einziger Kriegszug. Verbündet mit den
griechischen Stadtstaaten fiel er in Persien ein, vordergründig, um Rache
zu üben für frühere Einfälle und Besetzungen griechischen Territoriums
durch die Perser. Aber bald wurde klar, dass es ihm um Eroberung ging.
Von 334 v. Chr. bis 330 v. Chr. eroberte er ganz Persien, das damals
grösste Weltreich: Palestina, Ägypten und das persische Kernland,
also auch Zentralasien bis hin zu Teilen des damaligen Indien gehörten
zu seinen Eroberungen. Sein Machtanspruch auf all diese Gebiete wird
durch Alexanderdarstellungen der Exponate deutlich.
Auch zeigen die Exponate, dass sich die griechische Kultur und die Kulturen
der von Alexander dem Grossen eroberten Völker vermischten und
gegenseitig befruchteten.
Mit dem Regierungsantritt von Alexander dem Grossen wird auch der
Beginn eines neuen Zeitalters verbunden, der des Hellenismus.
Die Ausstellung zeigt also bewundernswerte Seite eines strahlenden
Helden.
Was über Exponate nicht darstellbar war, nämlich seine dunkle Seite,
wurde uns durch eine exzellente Führerin näher gebracht.
So war Alexander der Grosse auch launisch, jähzornig, grausam, und
ein Trunkenbold, heute würde man sagen, ein Komasäufer.
Aus Zorn liess er - oft grundlos - Städte und Dörfer niederbrennen,
Städte, die sich ihm widersetzt hatten, wurden geschliffen, die Männer
getötet ( in Tyros liess er 2000 Männer kreuzigen ), die Frauen und
Kinder wurden in die Sklaverei verkauft. Selbst Freunde und Wegbe-
gleiter, die ihm nicht mehr genehm waren, liess er ermorden. Im
betrunkenen Zustand tötete er auch seinen Freund Kleitos.
Da ihm die persischen Sitten gefielen, führte er diese an seinem Hof ein,
sowohl, was die Kleidung anbelangte als auch die Sitte des Kniefalls
( Proskynese ). Dies entfremdete ihn seinen makedonischen und griech-
chischen Soldaten und Gefolgsleuten immer mehr.
Er starb 323 v. Chr. - 33jährig - in Babylon, ob an Fieber, an Gift oder
am Alkohol ist unklar.
Nach diesem beeindruckenden Museumsbesuch wurde auf der Heimfahrt
noch ein Zwischenstop in Bensheim eingelegt, wo wir in einem urigen
Restaurant die sehr gelungene Exkursion ausklingen liessen.
Im Museum war Fotografieren leider nicht erlaubt. Deswegen ein paar
Schnappschüsse vor und nach dem Gang durch die Ausstellung.
Goldmedaillon mit der Büste Alexanders
" Small talk" während des Wartens auf den Einlass.
Der Senior unserer Gruppe, fit und erwartungsvoll
Wie bei Alexanders Soldaten bei ihrem Marsch während der Erobe-
rungszüge durch Persien ( sie legten von 334 v. Chr. bis 325 v. Chr.
nahezu 24000 km zurück ) so machte auch der Gang durch das Museum
( etwas kürzer ) durstig.
































































































































































